Restaurantkritik Gusto

GUSTO 2019

GUSTO  - moderne, transparente Restaurant-Kritik gibt uns 5 von 10 Pfannen und schreibt:

Das Hotel von Familie Eberleh mit täglich mittags und abends geöffneter Gastronomie direkt hinterm Deich in Neßmersiel bei Norden ist und bleibt für uns die beste Ess-Adresse im weiten Umkreis – seit es das Perior in Leer nicht mehr gibt, eigentlich in ganz Ostfriesland. Dabei wird hier überhaupt nicht auf Gourmet gemacht, sondern bodenständige Gastronomie für Jedermann geboten. Zwar hat der Chef Maximilian Eberleh in früheren Jahren in einigen guten Häusern wie zum Beispiel der Traube Tonbach gearbeitet und dort Gourmeterfahrung gesammelt, macht aber im eigenen Betrieb in einer touristisch bodenständigen Gegend nicht den Fehler, mit einer allzu exklusiven Küche punkten zu wollen. 
Vieles auf den Tellern präsentiert sich dennoch einfallsreich und überdies auch qualitativ überdurchschnittlich. Vor allem die ständig wechselnden saisonalen Tagesofferten auf der handgeschriebenen Tafel verheißen nicht alltägliche Produkte und Kombinationen. Daneben gibt es freilich auch Traditionelles wie den „Neßmersieler Pannfisch“ mit warmem Kartoffelsalat und Remouladensauce oder Kutterschollenfilets in Speckbutter – man kann aber auch ein Thunfisch-Sashimi mit Wasabi und Ingwer oder ein Currysüppchen auf Kürbis-Basis mit Seezungenfilet bestellen und wird in allen Fällen feststellen, dass hier jemand am Herd steht, der weiß, worauf es ankommt.
Schon das sehr gute saftig-knusprige Sauerteigbrot mit Tomatenfrischkäse vorneweg macht Lust auf mehr – wie oft findet man in ähnlichen Betrieben die kleingeschnittenen Brötchen vom Frühstücksbuffet wieder? Die Deichlammpastete, die wir diesmal als Vorspeise geordert hatten, überzeugte schon an sich als handwerklich tadelloses, geschmacklich reizvolles Exemplar: mit schön saftiger, nicht übertrieben kräftig gewürzter Lammfleischfüllung, in die Pfifferlinge mit eingearbeitet waren – locker umhüllt von zartem, nicht zu dickem Teig und schmelzigem Gelee. Aber auch das Gesamtarrangement mit einem locker-flockig arrangierten „Salat“ von gebratenen Pfifferlingen und Kürbisstücken, Zucchini, Paprika und Couscous machte einen attraktiven Eindruck.
Die folgende Kopfsalatsuppe war zwar kein schlankes, nordisch-herbes Ding, sondern eine eher etwas würzigere, kraftvoll zupackende Suppe – fiel aber mit knackigen Erbsen, Limonenöl und einer einseitig kurz und kross angebraten, ansonsten noch rohen, frischen Lachstranche ziemlich finessenreich aus. 

Ein großes Lob darf einmal mehr der Pâtisserie ausgesprochen werden, die auch für die täglich frischen hausgemachten Kuchen und Torten verantwortlich zeichnet, welche die Gäste selbst am Nachmittag hierherziehen. Das homogene Nougat-Moussetörtchen mit Baumkuchenboden nebst Zwetschgenparfait, besonders delikater Butterkaramellcreme und verschiedenen Beeren hatte die 5 Pfannen-Hürde mühelos genommen, weil die Konsistenzen der einzelnen Zubereitungen geschmeidig und die Aromen schön klar herausgearbeitet waren. Nicht unerwähnt wollen wir auch in diesem Jahr die ansprechende kleine Weinauswahl und die kompetente Beratung durch den sympathischen Gastgeber Maximilian Eberleh lassen.

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